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Wie viele Krisen vertragen Konjunktur und Märkte

v.l.n.r.:Mag. Peter Berzinschek, Prok. Mag. Wolfgang Windisch, Prok. Elisabeth Riel, Dir. Dr. Alois Zach

21.09.11

Wie viele Krisen vertragen Konjunktur und Märkte

Themenabend der RRB Mödling

„Wie ein Schiff, kämpfend mit schwerem Seegang“ so zeichnete Dir Dr. Alois Zach das Bild der turbulenten Börsezeiten in seiner Einleitung zum Themenabend am 21. 09. in der Burg Perchtoldsdorf.

Über 200 Kundinnen und Kunden waren der Einladung in den alten Festsaal gefolgt, um die Ausführungen von Hauptreferenten Mag. Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen RESEARCH zu Konjunktur und Marktsituation zu hören.

Als Ausgangspunkt der jetzigen Schuldenkrise, führte Mag. Brezinschek die Versäumnisse der griechischen Regierung in den letzten Jahren an. Griechenland kann sich auf den Kapitalmärkten nicht mehr refinanzieren und ist somit auf die Hilfe von EU und IWF angewiesen. Dadurch entsteht eine hohe Verunsicherung der Kapitalmärkte und die Ansteckungsgefahr anderen "Weich"-Währungsländer wie Portugal, Spanien und Italien ist groß. Die Europäische Politik hat dzt. keine langfristigen Lösungsvorschläge parat, die Erhöhung des Rettungsschirms EFSF ist keine Dauerlösung.
Es bedürfe gemeinsamer Anstrengungen in Europa, um durch Sparmaßnahmen in den Bereichen Verwaltung, Pensionen und Gesundheit die Staatsausgaben zu senken und die Staatshaushalte nachhaltig zu sanieren. Dann haben die Staaten auch wieder die Möglichkeit zu investieren und die Wirtschaft zu stimulieren.
Aber auch die USA haben ein Schuldenproblem: Die Staatsverschuldung liegt 2011 bereits bei 100% des BIP und wird 2012 voraussichtlich 104,5% des BIP betragen.
Die Frage stellt sich also, ob Europa und USA am Beginn einer neuerlichen Rezession stehen?
Dzt. wird eher noch eine deutliche Abschwächung der (Welt-)wirtschaft als eine Rezession erwartet.
Als positiv führt Mag. Brezinschek die sinkende Inflation in Richtung 2,00% an. Die Zinsen bleiben niedrig.
Unternehmensanleihen bringen dzt. mehr Rendite bei gestiegenem Risiko.
Auf den Aktienmärkten ist der „Bär“ los und es wird noch eine Revision der Gewinneinschätzungen von Unternehmen erwartet.
Chancen sieht Mag. Brezinschek in den Emerging Markets, hier könnte es bei den Aktienkursen bereits zu einer Bodenbildung kommen. Diese Länder haben weniger Staatsschulden und demographische Vorteile (junge Bevölkerung, starkes Wachstum). Als Produktempfehlungen führt Mag. Brezinschek Raiffeisen Emerging Markets Rent, Raiffeisen Emerging Markets Aktien und Raiffeisen Eurasien Aktien an

In der Podiumsdiskussion führt Prok. Mag. Windisch seine Einschätzung der Goldpreisentwicklung wie folgt an: Der starke Anstieg des Goldpreises wirft Fragen nach der weiterer Entwicklung auf.
Positiver Einfluss auf den Preis hat die stark gestiegene Nachfrage der Investoren, der Zentralbanken  und der Schmuckindustrie. Negative Einflüsse zeigen sich in starken Preisschwankungen, die Nachfrage der Zentralbanken ist nicht einschätzbar, es entstehen Lagerkosten, keine  Zinsen/Dividenden, es besteht Währungsrisiko USD.
Der kurzfristige Ausblick zeigt sich (weiter) positiv. Raiffeisen Research schätzt 2012 den Goldpreis in Richtung 2.200 USD je Feinunze. Mittel-/langfristiger Ausblick: Vorsicht, da rascher Preisrückgang dann möglich, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder bessern.
Frau Prok. Elisabeth Riels  Einschätzung zum CHF war vor allem für die vielen Kreditnehmer interessant.
Sie empfiehlt das individuelle Gespräch mit dem Berater, da es für jeden Fall eine individuelle Lösung geben wird: Kurs absichern, Tilgungsträger anpassen oder vielleicht auch von endfällig auf Tilgung umstellen.
Abschließend erläutern Mag. Windisch und Fr. Riel, dass in den Musterportfolios der RRB Mödling für einen konservativen bzw. einen dynamischen Kunden der Aktienanteil auf das Minimum von 5% bzw. 10%reduziert ist.

Anschließend konnte beim Buffet und ausgesuchten Weinen von Kurt Pröglhöf noch im persönlichen Gespräch die eine oder andere Frage diskutiert werden.
 

 Präsentation Mag. Brezinschek